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Transition bezeichnet alle geschlechtsbezogenen Änderungen, die trans* Personen in ihrem Leben vornehmen. Das kann einmal im Leben passieren, mehrmals auf unterschiedliche Arten, mehrmals sehr ähnlich oder ein fortlaufender Prozess sein.

Was damit genau gemeint ist und was nicht, kann unterschiedlich sein. Manchmal sind damit nur medizinische/körperliche Veränderungen gemeint (Hormone, Operationen, Bartentfernung) und rechtliche (Namensänderung, Personenstandsänderung). Oft bezeichnet der Begriff aber noch mehr, zB:

  • anfangen, für sich selbst im Kopf andere Namen oder Pronomen zu benutzen
  • anfangen, sich als trans zu verstehen
  • anderen Leuten sagen, dass eins trans ist oder welches Geschlecht eins hat (Outing)
  • Leute bitten, andere Pronomen, einen anderen Namen oder andere Begriffe (Frau, Mann, Enby…) zu benutzen als gewohnt
  • sich anders bewegen als zuvor
  • anders sprechen als zuvor
  • sich anders kleiden als zuvor
  • Körperformen beeinflussen (zB Binding ("Brust abbinden") oder Brustformen benutzen, Tucking oder Packing)
  • üben, dem eigenen Körper in Gedanken das richtige Geschlecht zuzuweisen, egal wie er aussieht
  • sich den Körper neu aneignen, zB mit Tattoos[1]
  • neue Begriffe für Körperteile (insbes. Genitalien) und den Körper beinhaltende Tätigkeiten ausprobieren und nutzen

Wegen festgefahrenen Ideen darüber, was Transition im engeren Sinne bedeutet und was nicht dazugehört, lehnen manche Menschen diesen Begriff für sich ab. Vor allem solche, die keine medizinischen oder rechtlichen Veränderungen anstreben oder für die das nicht möglich ist.

Für andere ist es gerade deswegen wichtig, den Begriff zu benutzen und mit ihren eigenen Bedeutungen zu füllen.

Nichtbinäre Transition

Gerade (aber nicht nur) für genderqueere und nichtbinäre Leute können zusätzlich zu den oben aufgeführten Schritten auch ungewöhnliche Dinge Teil ihrer Transition sein, weil es keine Vorlagen dafür gibt, wie nichtbinäres Leben aussieht. Oft müssen gegenderte Handlungen mit neuen Bedeutungen besetzt werden, um sich damit wohl zu fühlen. Manchmal kann das von außen widersprüchlich wirken, zum Beispiel, wenn ein_e bei Geburt weiblich zugewiesene_r Nibi beginnt, sich als Teil xieser nichtbinären Identität noch femininer zu stylen als früher.

Manche nichtbinäre Personen streben ein androgynes Aussehen an, das durch eine Mischung gegenderter Merkmale uneindeutig wirkt. Dazu kann auch das Abwechseln oder Kontrastieren von binären Begriffen wie Frau/Mann und er/sie gehören.

Andere wollen überhaupt keine Merkmale, die mit Geschlecht in Verbindung gebracht werden. Häufige Begriffe dafür sind ftn und mtn, female/male to neutrois oder, wenn Leute, die nicht neutrois sind, die Abkürzung benutzen, auch female/male to neutral.

Aber viele wollen etwas ganz anderes, verändern ihr Aussehen überhaupt nicht, oder auf Arten, die Außenstehende nicht mit Trans*-Sein in Verbindung bringen würden. Das selbe gilt auch für Sprache: Ob weiblich, männlich oder neutral besetze Wörter verwendet werden, ist für manche Menschen sehr wichtig, für andere überhaupt nicht.

Siehe Auch

Externe Links

Praktisch

  • trans reader, Informationen zu medizinischer und rechtlicher Transition in Deutschland und vor allem Berlin. [aktuell offline, gespeichert in der Wayback Machine]
  • Linksammlung: Deutsche Trans-Ressourcen von nonbinarytransgermany (zu vielen der genannten Themen, vor allem auf Deutschland bezogen)
  • Vornamensänderung in geschlechtsneutrale Vornamen bei neuroqueer (Deutschland)
  • Trans Healthkit Projekt (auch auf Facebook) versorgt trans* Personen unter 18 mit Kleidung und transspezifischen Utensilien (EU & Schweiz), bzw. bis 25 für Personen, die in Deutschland wohnen
  • Obwohl nichtbinäre Personen verschiedenster Identitäten körperliche Veränderungen anstreben, sind auf Englisch unter dem Begriff "neutrois" besonders viele Erfahrungsberiche und Informationen zu finden. Aber auch "agender transition" und ähnliches sind erfolgsversprechend.
  • wer bestimmte Informationen sucht, wird oft mit den binären Begriffen mtf (male to female) und ftm (female to male) im Suchbegriff schneller fündig

Theoretischer

Quellen

  1. http://letsqueerthingsup.com/2015/01/08/more-than-just-ink-how-tattoos-were-a-vital-part-of-my-gender-transition/

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