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Neurodivergenz ist ein Begriff für Personen, deren Gehirn nicht so funktioniert, wie es den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht.[1] Also ein Sammelbegriff dafür, wie Menschen auf verschiedenste Arten in Gefühlen, Wahrnehmung, Bedürfnissen und vielem mehr aus dem Rahmen fallen, der in der Gesellschaft als normal oder "zu erwarten" gilt.

Bedeutung

Eine Person, die den Begriff (mit)prägte, listete folgende Beispiele für Neurodivergenzen: Autismus, ADHS, Lernschwierigkeiten, Epilepsie, psychische Erkrankungen, Multiple Sklerose, Parkinson, Apraxie, Cerebralparese, Dyspraxie, und Menschen "ohne Diagnose, aber mit irgendwie wackeliger Lateralisation". Der Begriff ist absichtlich weit gefasst.[2]

Neben Erfahrungsaustausch und Selbsthilfe zu Themen, die nicht nur bei einer Neurodivergenz wichtig werden, sondern bei verschiedenen, dient der Begriff vor allem zum politischen Zusammenschluss gegen ableistische/behindertenfeindliche Gewalt und Diskriminierung.

Neurodivergenz ist kein medizinischer Begriff und soll auch keine spezifischeren Räume ersetzen, zum Beispiel welche nur für Borderliner*innen oder nur für Autist*innen. Ein Vorteil ist allerdings, dass auch Menschen, die in solchen Gemeinschaften keinen Platz finden, sich unter diesem allgemeineren Begriff zusammenfinden können.[3]

Geschlecht und Neurodivergenz

Neurodivergenz hat nicht an sich mit Geschlecht zu tun. Aber für manche neurodivergenten Menschen hängt beides zusammen, ist nicht klar abgrenzbar oder wirkt sich aufeinander aus.

Beispiele für Zusammenhänge sind:

  • Das eigene Geschlecht hängt mit den eigenen Neurodivergenzen zusammen, zum Beispiel verändert es sich mit der Stimmung oder mit den Interessen
  • Das eigene Geschlecht lässt sich am besten als "so wie meine Neurodivergenzen" beschreiben, oder man kann es nicht richtig fassen und kommt immer wieder auf "so wie meine Neurodivergenzen" zurück
  • Die Art, wie man Geschlecht in der Gesellschaft wahrnimmt oder versteht, ist von den eigenen Neurodivergenzen beeinflusst, was sich wiederum auf das eigene Geschlecht auswirkt
  • Aussehen, das neben dem persönlichen Geschmack auch von einer Neurodivergenz beeinflusst ist, wird von anderen als "gegendert" gesehen: zum Beispiel, wenn man nur bestimmte Kleidung und Frisuren tragen kann und deswegen ein bestimmtes Geschlecht zugeschrieben bekommt

Neurogender

Aus diesen Gründen entstehen immer wieder Begriffe, mit denen neurodivergente Personen ihr Geschlechtserleben beschreiben. Diese werden oft als Teil von xenogender/Xeno-Geschlechtern gesehen. Nichtbinäre Geschlechter, die von Neurodivergenzen geprägt sind:

Links

Quellen

  1. https://neuroqueer.wordpress.com/about/
  2. http://sherlocksflataffect.tumblr.com/post/121295972384/psa-from-the-actual-coiner-of-neurodivergent
  3. https://neuroqueer.wordpress.com/2016/03/24/neurodivergenz/

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