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Einige Leute vergessen gute Umgangsformen, wenn sie mit queeren - vor allem trans Menschen - sprechen. Manchmal meinen sie es gut, aber es ist sehr unhöflich. Sie sagen Dinge, die sie zu cis-Menschen nie sagen würden. Das passiert nur, weil sehr viele noch nie damit in Berührung waren und sie mit der neuen Situation nicht umzugehen wissen. Die Medien tun auch ihr übriges dazu: Shows zum Beispiel, in denen trans Frauen über ihren Körper ausgefragt werden, lassen vermuten, das wäre ein angebrachtes Verhalten. Informationen und Hinweise für Familie, Freund_innen und Partner_innen von trans Leuten:

Gib nicht ungefragt Ratschläge.

  • Gib nicht ungefragt Mode-Ratschläge. Wenn jemand deine Meinung hören möchte, wird sie_er fragen. Es ist immer unhöflich, über das Aussehen anderer zu richten, ohne dass sie danach gefragt haben.
  • Gib keine ungefragten Hinweise darauf, wie eine Person als männlich oder weiblich besser durchgehen kann. Das ist beleidigend, nicht hilfreich.
  • Gib keine ungefragten Ratschläge zu geschlechtsangleichenden Operationen. Erzähl ihnen auch sonst nichts darüber, dass manche Teile ihres Körpers schwierig anzupassen sind. Das klingt, als würdest du über ihren Körper richten. Niemand möchte so behandelt werden. Eins fühlt sich nicht immer wohl mit allen Eigenschaften eines Körpers und möchte nicht darüber hören oder vielleicht denkt eins gar nicht über Operationen nach.

Respektiere ihre Privatsphäre.

  • Privates ist privat. Wenn eine trans Person nicht dein_e Patient_in oder Sexpartner_in ist, frag einfach nicht nach Genitalien oder welches Geschlecht ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Frag nicht danach, ob sie sich operieren lassen haben. Das ist sehr unhöflich.
  • Lerne, damit klarzukommen, dass du diese intimen Details nicht über alle Menschen weißt. Lerne, damit klarzukommen, dass du nicht weißt, als welches Geschlecht sich manche Menschen identifizieren. Wenn du Vermutungen dazu hast, welchem Geschlecht sich eine Person zuordnen könnte, platze nicht einfach damit heraus. Es geht dich nichts an, welchem Geschlecht sich eine Person zuordnet, solange sie es dir nicht erzählen möchte. Das ist sehr wichtig.
  • Oute trans Menschen nicht, außer sie haben dir gesagt, dass du das tun darfst. Rede nicht über vertrauliche Dinge, die dir und nur dir erzählt wurden, mit anderen, sondern verweise darauf, dass die Person selbst gefragt werden kann. Dazu zählt möglicherweise der Name, den sie vor ihrem jetzigen Namen hatten, das Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, persönliche Gefühle oder andere Dinge. Manche trans Menschen gehen sehr offen damit um, andere gar nicht, manche sind nur in bestimmten Kreisen geoutet. Respektiere das. Lasse sie entscheiden, wo sie sich outen wollen, und bestimme das nicht für sie.
  • Stelle deine queeren Freunde nicht als queer vor. Nie.
  • Tratsche nicht darüber, welchem Geschlecht eine Person zugehören könnte.

Mach deine Sprache inklusiver.

Das ist nicht nur gut für deine trans Freunde, sondern macht die Welt allgemein gerechter.

  • Nimm einen geschlechtsneutralen Titel für dich selbst, wie Mx. oder Xr. oder lasse ihn ganz weg. Das ist keine Aneignung queerer Kultur, das darf jede_r, die_der das Gender nicht über den Titel sagen möchte. Frage Organisationen, ob sie den Titel in ihre Unterlagen übernehmen können, oder ob sie den Titel überhaupt verzeichnen müssen.
  • Wenn du dich vorstellst, sage deinen Namen und Pronomen. Ich sage zum Beispiel: “Ich bin Étienne. Meine Pronomen sind er und sie.” Das ist auch keine Aneignung queerer Kultur, es ist stattdessen freundlich für trans Menschen, wenn es dadurch normaler wird, sich mit Pronomen vorzustellen.
  • Wenn du über eine Gruppe redest, nimm geschlechtsneutrale Wörter. “Liebe Anwesende” oder “Liebe Gäste” ist inklusiver als “Liebe Damen und Herren”.
  • Gendere deine Sprache auf eine Weise, die nicht binär ist.

Mach Orte sicher für dein_e Freund_in.

Das ist tatsächlich viel wichtiger, als du vermuten würdest; es macht auf diese Weise für einen trans Mensch womöglich plötzlich Spaß, sozial aktiv zu sein.

  • Wenn jemand etwas respektloses über queere Leute sagt, nutze dein Privileg als cis oder hetero, um etwas dagegen zu sagen. Tu das, ohne jemand zu outen.
  • Frage bei deiner Organisation (Schule, Arbeitsplatz, etc.) ob sie immerhin eine geschlechterinkludierende / neutrale / all-gender Toilette haben.
  • Hinterfrage, ob der Dresscode deiner Organisation mehr schlecht als gut ist.
  • Frage deine Organisation, ob sie zulässt, Adressen geschlechterinkludierend anzugeben, also, das Gender nicht anzugeben.
  • Räume müssen auch für queere Menschen sicher sein, die rassistisch diskriminiert werden. Wirke also Rassimus in allen seinen Formen entgegen. Denk auch daran: Viele nicht-westliche Kulturen haben Traditionen von Genderexpressionen, die als nicht-binär oder trans wahrgenommen werden.

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