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Guydyke-Fahne

Guydykes, auch: Lesbische Männer, seltener: Boydykes, sind (mehr oder weniger männlich identifizierte) Personen mit lesbischem Begehren. Viele Guydykes sehen sich auf die eine oder andere Weise als "lesbische Frau im Körper eines Mannes". Sie können allerdings außer auf lesbische/ bisexuelle/ queere Frauen, auch auf andere Typen von Menschen und Geschlechter stehen.

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Girlfag/Guydyke-Fahne (Kurz: GF/GD)

Guydykes können cis, cisgenderfluid, genderqueer oder transgender sein. Für viele bezieht sich "Guydyke" vor allem auf das Begehren und ist eine sexuelle Identität, für andere ist es ein eigenes nichtbinäres Geschlecht.

Den meisten Guydykes wurde bei der Geburt ein männliches Geschlecht zugewiesen. Es gibt auch Transmänner, die Guydykes sind, sie bilden jedoch eine sehr kleine Minderheit.

Amab Guydykes fühlen sich oft in soweit "dazwischen“, dass sie sich nicht als Cis-Hetero oder als lesbische Transfrau bezeichnen, wobei für einige Transfrauen die Selbstidentifkation als Guydyke eine Art Zwischenstufe sein kann.

Geschichte

In queeren Szenen sind Guydykes viel weniger sichtbar als Girlfags, obwohl bereits in den späten 1980er Jahren der US-amerikanische Psychologe Brian G.Gilmartin männliche Lesben erforschte.[1]

Etwa ab dem Jahr 2001 entstand der Begriff Guydyke als Entsprechung zu Girlfag, als jene in Online-Foren für Girlfags aufgrund der Ähnlichkeit der Phänomene nach Solidarität suchten.[2]

In der Popkultur gibt es einige Darstellungen von Guydykes: Die US-Fernsehserie "The L Word" führte den Charakter Lisa ein, die sich als männliche Lesbe bezeichnet.[3] In der Comicserie "Dykes to Watch Out For" von Alison Bechdel erscheint die Figur Stuart ("Stu"). Die Autorin beschreibt ihn als „mehr stereotyp-lesbisch als viele Lesben“ [4] Ein bekannter Guydyke ist der britische Komiker und Schauspieler Eddie Izzard. In mehreren Interviews beschrieb er sich als "männliche Lesbe" oder als "lesbische Frau in einem männlichen Körper“.[5]

Die weiterhin bestehende Unsichtbarkeit von Guydykes erklärt Uli Meyer damit, dass das Vorurteil, Guydykes seien perverse Spanner, die bloß auf "Lesbenpornos" stehen und feministische Räume stören wollen, viele Guydykes davon abhält sich zu outen: "Nur 18 von 67 [der Befragten] waren 'out', auch die Teilnahme an der lesbischen Community wird weniger genossen, was sicherlich mit der Feindseligkeit dieser Community gegenüber Guydykes zu tun hat.[6]

Selbstwahrnehmung von Guydykes

Ähnlich wie bei Girlfags, ist die Frage wen jemand begehrt nicht so entscheidend für die Identität wie die Selbstwahrnehmung. Viele Guydykes berichten, dass sie an Männlichkeitsidealen und an den Normen, die ihnen von der Heterowelt diktiert werden, scheitern. Ebenso lehnen viele Guydykes heterosexuell konnotierte Sexualpraktiken ab. Christine Ullmann schreibt in der Queerulant_in: "Es sei hier das Stichwort Penetration eingeworfen, welches wohl weniger zu den bevorzugten Spielvarianten unter Guydykes gehört. (...) Des weiteren hört man häufig den Satz, dass Sex und Zärtlichkeit untrennbar seien und die Harmonie dabei viel wichtiger sei, als der eigentliche Akt. Auch scheint es unter vielen eine größere Vorliebe für Oralverkehr zu geben." [7]

Auch platonisch und romantisch fühlen sich Guydykes oft mit lesbischen/ bisexuellen/ queeren Frauen eher auf einer Wellenlänge als mit heterosexuellen. Sie träumen von einer queeren Partnerin, die ihre weiblichen Anteile sieht und begehrt. Guydykes sind nicht an heterosexuellen Beziehungen mit Lesben interessiert, sondern wünschen sich selbst in einer lesbischen Beziehung zu sein. Leo schreibt in der Queerulant_in: "Mit meiner Pubertät fiel mir das erste Mal bewusst auf, dass ich ausschließlich homo liebe und nur davon träume. Die Schlussfolgerung, dass meine Ausrichtung im Bezug auf die Partnerwahl nur mit dem Begriff 'lesbisch' beschrieben werden kann, kam mir erst 6-7 Jahre später in den Sinn." [8]

Manche Guydykes haben eine sehr feminine Gender-Performance. Es gibt allerdings auch Guydykes, die Butches sind und natürlich alles auf dem Spektrum dazwischen.

Verwandte Begrife

Girlfag

Genderqueer

Transgender

Literatur

Wikipedia-Artikel

Deutschsprachige Infoseite über Girlfags und Guydykes

Queerulant_in, Nr. 6 (Januar 2014): Schwerpunktthema: Lebensrealitäten von Girlfags & Guydykes

  • Was ist ein_e Guydyke? (Christine Ullmann), S. 12-15
  • "Von meinem Umfeld werde ich als queerer Mann wahrgenommen" (Leo), S. 18-20

"Eddie Izzard: The tough transvestite who can take care of himself" (The Independent, 2004)

"A Guydyke/ XY Dyke" (anonym)

Susie Bright: Susie Bright's Sexual Reality: A Virtual Sex World Reader 1992

Naomi Schor: Male Lesbianism. GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies 7.3, 2001

Elisabeth Ladenson: Proust's lesbianism. Cornell University Press 1999/ 2007

Rudolf P. Gaudio: Male Lesbians & Other Queer Notions in Hausa. Readings in Gender in Africa. Indiana University Press 2005

Einzelnachweise

  1. Brian G. Gilmartin (1987): Shyness & Love: Causes, Consequences, and Treatment. University Press of America, Inc., S. 125–127
  2. http://www.queerbychoice.com/clare.html
  3. http://www.thelword-online.de/?s=charaktere&name=Lisa
  4. http://dykestowatchoutfor.com/cast-biographies
  5. Eddie Izzard: The tough transvestite who can take care of himself
  6. Uli Meyer: "Almost Homosexual" – Schwule Frauen und Schwule Transgender. Liminalis 1/2007, S.75
  7. Queerulant_in, Nr. 6 (Januar 2014), Was ist ein_e Guydyke? (Christine Ullmann), S. 13
  8. Queerulant_in, Nr. 6 (Januar 2014), "Von meinem Umfeld werde ich als queerer Mann wahrgenommen" (Leo), S. 20

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